llms.txt: was hineingehört und was sie bringt
llms.txt ist eine einfache Markdown-Datei im Wurzelverzeichnis, die einem KI-Agenten eine kurze, kuratierte Karte der wichtigen Seiten gibt. Sie ist ein Vorschlag vom 3. September 2024, kein Standard, und kein Assistent ist verpflichtet, sie zu lesen. Sie kostet eine Stunde und kann nicht schaden, das ist das ehrliche Argument dafür.

Was in der Datei tatsächlich steht
Die Spezifikation ist kurz. Eine Datei beginnt mit einer H1-Überschrift, dem einzigen Element, das die Spezifikation wirklich verpflichtend nennt. Darunter folgt ein Blockzitat mit einer kurzen Zusammenfassung, danach freiwillige Absätze mit Einzelheiten, dann null oder mehr H2-Abschnitte mit je einer Liste von Links.
Jeder Listeneintrag folgt einem Muster: ein Markdown-Link in der Form [Name](URL), danach wahlweise ein Doppelpunkt und eine Notiz zur Datei. Das ist die ganze Grammatik. Die Datei darf im Wurzelverzeichnis als /llms.txt liegen oder unter jedem Pfad, dann gilt sie für die Seiten unterhalb dieses Pfades.
Warum Markdown und nicht XML
Der Vorschlag hält ausdrücklich fest, dass er Markdown zur Strukturierung verwendet statt eines klassischen strukturierten Formats wie XML, was für eine maschinenlesbare Datei ungewöhnlich ist. Der Grund liegt beim Leser. Eine Sitemap liest ein Crawler, eine llms.txt liest ein Sprachmodell, und ein Sprachmodell liest Markdown von Haus aus, während XML es Token kostet, ohne etwas zu bringen.
Als Zweck nennt der Vorschlag, knappe Informationen auf Expertenniveau an einer zugänglichen Stelle zu bündeln, damit ein Agent nicht sein Kontextfenster damit verbraucht, sich durch ein Navigationsmenü zu arbeiten. Daraus folgt, was hineingehört: die Handvoll Seiten, die man einem kundigen Fremden zeigen würde, und kein Export sämtlicher URLs.
| robots.txt | sitemap.xml | llms.txt | |
|---|---|---|---|
| Format | Textanweisungen | XML | Markdown |
| Gelesen von | Crawlern | Crawlern | KI-Agenten, freiwillig |
| Sagt | Was geholt werden darf | Was existiert | Was zählt und warum |
| Durchgesetzt | Weithin beachtet | Weithin beachtet | Von niemandem |
| Alter | Seit 1994 | Seit 2005 | Vorschlag von 2024 |
Was wir über 187 Live-Hosts gefunden haben
Wir haben im Juli 2026 das eigene Netz geprüft, insgesamt 187 Live-Hosts, und das Ergebnis war schief. llms.txt gab es auf 6 davon. Kein einziger Host sperrte einen KI-Crawler, und 25 der 187 lieferten überhaupt keine robots.txt, was schwerer wiegt als eine fehlende llms.txt.
Daraus folgt zweierlei. Erstens ist llms.txt noch so selten, dass ihr Schreiben im Wettbewerb nichts kostet, Sie holen niemanden ein. Zweitens geht es um die Reihenfolge der Arbeit. Eine fehlende robots.txt betrifft jeden Crawler im offenen Netz, eine fehlende llms.txt betrifft eine freiwillige Konvention von 2024. Wer eine Stunde hat, steckt sie in die Datei, die seit 1994 beachtet wird.
Die ehrlichen Grenzen
Niemand ist verpflichtet, die Datei zu lesen. Es gibt keine Suchmaschine, die verspricht, sie zu beachten, keine Strafe fürs Weglassen und keinen messbaren Ranking-Effekt, den jemand veröffentlicht hätte. Wer llms.txt als KI-Ranking-Faktor verkauft, verkauft etwas, das es nicht gibt.
Was sie leistet, ist billig und echt. Sie gibt eine saubere, kuratierte Aussage darüber ab, was Ihre Seite ist und welche Seiten zählen, an einem Ort, den ein Agent ohne Raten findet. Für eine Firmenseite mit neun Unterseiten sind das zwanzig Zeilen. Einmal schreiben, ehrlich halten und als Versicherung betrachten, nicht als Hebel.
Fragen und Antworten
Verbessert llms.txt mein Ranking?
Wohin genau kommt die Datei?
Wie sieht die kleinste sinnvolle Datei aus?
Soll ich jede Seite auflisten?
Quellen
- Der llms.txt-Vorschlag, llmstxt.org Spezifikation, Aufbau und Zweck; Fassung 2 vom 10. August 2026
- Google Search Central, Google crawlers and user agents Zum Vergleich, was robots.txt-Anweisungen wirklich steuern


