Canonical und der doppelte Inhalt, der keiner ist
Die meiste Sorge um doppelte Inhalte ist fehl am Platz. Google beschreibt rel=canonical als starkes Signal und nicht als Anweisung, schreibt, dass keine der Zusammenführungsmethoden erforderlich ist und eine Seite ohne Angabe einer Vorzugsfassung wahrscheinlich gut zurechtkommt, und stellt das Thema als Frage der Crawl-Effizienz dar, nicht der Bestrafung.

Signal, nicht Anweisung
Der nützlichste Satz zum Thema lautet, dass eine canonical-Angabe ein starkes Signal dafür ist, dass die angegebene URL die kanonische werden soll. Signal heißt, Google entscheidet und wägt Ihre Angabe gegen alles andere ab, was es weiß. Deshalb wird ein canonical, das auf etwas Unplausibles zeigt, still übergangen statt befolgt.
Auch die Einordnung zählt. Google stellt die Zusammenführung als Weg dar, keine Crawl-Zeit an doppelte Seiten zu verlieren, damit diese Zeit an neue oder geänderte geht. Das ist ein Effizienzargument, keine Strafe.
Wer das einmal gelesen hat, spart sich einen Großteil der Aufregung, die um dieses Thema betrieben wird.
Die drei Methoden und ihr Gewicht
Es gibt 3 Methoden mit verschiedenem Gewicht. Eine Weiterleitung ist ein starkes Signal dafür, dass das Ziel kanonisch werden soll. Eine rel=canonical-Angabe ist ein starkes Signal für die genannte URL. Die Aufnahme in eine Sitemap ist ein schwaches Signal. Und sie lassen sich stapeln: kombiniert wirken sie stärker als jede einzeln.
Dann der Satz, der kleinen Seiten viel Arbeit spart: Keine davon ist erforderlich, und eine Seite kommt ohne Angabe einer Vorzugsfassung wahrscheinlich gut zurecht. Auf einer Seite mit 9 Unterseiten und 0 Dubletten ist der richtige Aufwand hier 0.
Es verdient sich dort, wo tatsächlich Dubletten entstehen: dasselbe Produkt über zwei Kategorien erreichbar, eine Druckfassung, eine Seite mit und ohne Schrägstrich am Ende, oder derselbe Text auf einer zweiten Domain. Das sind je 1 Angabe wert und keine mehr.
| Methode | Gewicht | Wann |
|---|---|---|
| Weiterleitung | Starkes Signal | Die alte URL soll aufhören zu existieren |
| rel=canonical | Starkes Signal | Beide URLs müssen erreichbar bleiben |
| Aufnahme in die Sitemap | Schwaches Signal | Als Unterstützung, nie allein |
| Kombination | Wirkt stärker | Wo es wirklich darauf ankommt |
| Nichts tun | Meist in Ordnung | Kleine Seite ohne Dubletten |
Was man statt der Sorge tut
Prüfen Sie, ob Sie überhaupt Dubletten haben, bevor Sie sie beheben. Rufen Sie Ihre wichtigen URLs mit und ohne abschließenden Schrägstrich sowie mit und ohne www ab und sehen Sie nach, ob beide Inhalt liefern statt eine auf die andere weiterzuleiten. Das ist die Dublette, die die meisten kleinen Seiten haben, und eine Weiterleitung erledigt sie.
Lassen Sie den Rest in Ruhe. Canonical-Angaben über eine Seite ohne Dubletten zu streuen schafft eine neue Fehlerquelle, denn eine Angabe, die auf die falsche Seite zeigt, ist schlechter als gar keine.
Die Rechnung dieser Prüfung ist klein. 2 Varianten für www und 2 für den Schrägstrich ergeben 4 Adressen je Seite, eine Seite mit 9 Unterseiten hat also 36 Adressen zu prüfen und sollte am Ende 9 haben, die antworten, und 27, die weiterleiten. Alles andere ist die Dublette, die sich zu beheben lohnt, und behoben wird sie mit Weiterleitungen statt mit Angaben.
Fragen und Antworten
Werden doppelte Inhalte bestraft?
Befolgt Google mein canonical?
Brauche ich canonical auf einer kleinen Seite?
Weiterleitung oder canonical?
Quellen
- Google Search Central, doppelte URLs zusammenführen Die drei Methoden, ihr Gewicht und dass keine erforderlich ist
- Google Search Central, Sitemaps overview Das schwache Signal der Sitemap-Aufnahme


